SNF Autonomous Colors in Animation and Digital Film Production. An Intercultural Comparison

Projektmitarbeitende

Megumi Hayakawa, MA, Doktorandin, Untersuchung von Farben im Animationsfilm

NN, Doktorand*in, Untersuchung von Farben in digitalen Filmen

Sabrina Züger, MA, Datenmanagement Timeline of Historical Film Colors

 

 

Projektbeschrieb

Farben in Animation und digitaler Produktion wurden in der Forschung bisher besonders wenig beachtet. 

Im Forschungsprojekt Autonome Filmfarben in Animation und digitaler Produktion stehen diese bisher wenig beachteten Farben im Zentrum mit dem Ziel eines interkulturellen Vergleichs zwischen europäischer, amerikanischer und asiatischer – besonders japanischer – Produktion. Während Jahrzehnten waren Animationsfilme ein wichtiges Testfeld für neue Farbfilmtechnologien, sowohl in der künstlerischen Produktion der Avantgarden, wie auch im Werbe- und Unterhaltungsfilm für die breiten Massen. Digitale Verfahren der Farbgebung haben seit der Wende zum 21. Jahrhundert analoge Techniken abgelöst und durch ihre grundlegend arbiträre Farbzuordnung mittels binärer Kodierung signifikant andere Farbästhetiken hervorgebracht.

Methodisch schliesst das Projekt an die computergestützte Analyse von Filmfarben mit Werkzeugen der Digital Humanities an, die derzeit im ERC Advanced Grant FilmColors entwickelt werden. Im Kontext von Autonome Filmfarben in Animation und digitaler Produktion werden diese Ansätze durch Machine Learning an die Erfordernisse der Fragestellung angepasst und signifikant ausgebaut. Das Verfahren erlaubt die Analyse, Auswertung und Visualisierung grosser audio-visueller Korpora mit avancierten Deep-Learning-Tools.

Ein weiterer methodischer und theoretischer Pfeiler ist der technobole Approach, der – aufbauend auf der vertieften Analyse von technischen Quellen – den Zusammenhang zwischen technischen Verfahren und ästhetischer Produktion untersucht, erweitert um den für den interkulturellen Vergleich so wichtigen kulturellen Kontext. Er trägt der Einsicht Rechnung, dass Technologien niemals in einem Vakuum entstehen, sondern a priori durch epistemische Modelle und kulturelle Normen und Zielsetzungen geformt sind. Mit der im Projektantrag skizzierten interkulturellen Perspektive, welche besonders die japanische wie auch weitere asiatische Produktionen berücksichtigt, kann eine zusätzliche Limitation bisheriger Forschung überwunden werden, nämlich der fast ausschliesslich westliche Blick auf die Filmproduktion. 

Als Ergebnis entstehen zwei Dissertationen: 

Zur Animation mit der Analyse von mindestens 120 farbigen Animationsfilmen – hauptsächlich aus der Periode 1920 bis 1955 – aus Mittel- und Osteuropa, aus Japan und den USA; zur digitalen Produktion mit der Analyse von mindestens 60 digital produzierten oder postproduzierten Filmen aus dem Zeitraum 2001 bis 2018 aus Asien, Europa und den USA.

Es werden neue, bisher unbekannte Quellen durch Archivrecherche erschlossen und zusammen mit den Forschungsergebnissen laufend in die Timeline of Historical Film Colors eingearbeitet, die so der weiteren Forschungscommunity – Filmhistorikern, Technikhistorikern, Kunstwissenschaftlern, Archivaren, Filmrestauratoren und Studierenden – zur Verfügung stehen werden.

Finanzierung

Schweizerischer Nationalfonds (SNF)