Publikationen

Aktuelle Neuerscheinungen

Jörg Schweinitz, Margrit Tröhler (Hg.): Die Zeit des Bildes ist angebrochen!
Französische Intellektuelle, Künstler und Filmkritiker über das Kino. 1906–1929
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Alexander Verlag Berlin: Berlin, 2016.

zeitdesbildes

Die Zeit des Bildes ist angebrochen! präsentiert – erstmals in deutscher Übersetzung – das Spektrum der Debatten französischer Poeten, Künstler, Wissenschaftler und Kritiker über das junge Kino in 60 ausgewählten Texten aus den Jahren 1906–1929. Der Band ist mehr als eine Spezialität für Filmhistoriker, denn mit dem Siegeszug des Symbolmediums der Moderne vollzogen sich tiefgehende Wandlungen in Alltagskultur, Wahrnehmung und Künsten. Populäre Serien, das Niegesehene der Mikrowelt und fremder Kontinente sowie die neue fluide, teils avantgardistische Ästhetik der Filme riefen nach Debatte und Affirmation. Musik, Farbe, Rhythmus: Photogénie! Ein aktiver Streiter war Jean Epstein, dessen Sammlung Bonjour cinéma (1921) in Die Zeit des Bildes ist angebrochen! zum ersten Mal in deutscher Sprache komplett mit allen Beiträgen, Gedichten und Grafiken erscheint.

Thomas Christen (Hg.): Vom Neorealismus bis zu den Neuen Wellen: filmische Erneuerungsbewegungen 1945-1968. Einführung in die Filmgeschichte, Band 2. Marburg: Schüren, 2016.

neorealismus

Der Band analysiert verschiedene Phasen der Erneuerung und des Aufbruchs im Kino nach den Erschütterungen durch den 2. Weltkrieg. Die wichtigsten Strömungen am Ende der vierziger Jahre bilden dabei der Film Noir sowie der italienische Neorealismus und als wenig geglückter Versuch der deutsche Trümmerfilm. In den späten vierziger und fünfziger Jahren sieht sich der Hollywoodfilm im Kampf gegen das Fernsehen vielerlei Herausforderungen gegenüber, denen er technologisch (Farbe, Breitwand) und anderweitig (z.B. durch Starkult) zu begegnen weiß. Ende der Fünfzigerjahre kommt es sowohl in West-, aber auch in Osteuropa, in Nord- und Lateinamerika zu einer zweiten, noch folgenreicheren Reihe von Erneuerungs-bewegungen, die unter dem Namen Neue Wellen zusammengefasst werden. In Westeuropa sind dies die französische Nouvelle Vague, das britische Free Cinema und die British New Wave sowie der Junge Deutsche Film, der Papas Kino für tot erklärte. Auch im osteuropäischen Kino entstehen vielerlei Ableger der Neuen Wellen, auch wenn sie vielfach gegen Zensurmaßnahmen zu kämpfen. Der Italowestern sowie die britisch/amerikanische Erfolgsserie James Bond eröffnen Perspektiven auf das Mainstreamkino in den Sechzigerjahren. Den Abschluss bildet schließlich ein Blick nach Übersee: das New American Cinema, die japanische Nuberu bagu sowie das brasilianischen Cinema nôvo.
Filmbeispiele, ausführliche Biblio- und Filmografien (mit DVD-Nachweis) runden die achtzehn Kapitel ab.

telling

Fabienne Liptay: Telling Images. Studien zur Bildlichkeit des Films. Zürich/Berlin: diaphanes, 2016.

In der Filmbetrachtung sind die Bilder dem Blick zunächst gegeben, bevor sie zu erzählen beginnen. Im blinden Fleck dieses Blicks liegt das, was den Bildern erst durch Erzählungen hinzugedacht wird. Filme gestalten Geschichten mit den ihnen gegebenen visuellen Ausdrucksmöglichkeiten, sie generieren aber auch Bildvorstellungen, die narrativ entwickelt werden. Diese Vorstellungen erlauben Rückschlüsse auf ästhetische und technische, soziale und politische Aspekte der Wahrnehmung und Verwendung von Bildern.

Die in diesem Buch versammelten Studien entlang der Werke bekannter Regisseure wie Michael Haneke, Krzysztof Kieślowski, Jim Jarmusch, Wim Wenders oder Ari Folman eröffnen ungewohnte Perspektiven auf das Verhältnis, das Bilder und Erzählungen im Film unterhalten.

 

Julia Zutavern: Politik des Bewegungsfilms. Marburg: Schüren, 2015. (Zürcher Filmstudien 34)

Bewegungsfilme mischen sich in politische Debatten ein. Sie werden als Ausdruck, Sprachrohr, Instrument oder Legitimation einer sozialen Bewegung wahrgenommen und können zur Verbreitung, aber auch zur Spaltung dieser Bewegung beitragen. Die Interpretationen und Reaktionen, zu denen sie führen, sind oft nur vor dem Hintergrund zeitgenössischer Auseinandersetzungen und der daraus resultierenden Befindlichkeiten und Erwartungen zu verstehen.
Der Band untersucht die spezifischen Formen und Wirkungen von Bewegungsfilmen aus historisch-pragmatischer Perspektive. Die Autorin zeigt an fiktionalen und dokumentarischen Beispielen aus Deutschland und der Schweiz (von 1965 bis 1995) und einer Fülle von bislang kaum beachteten Produktions- und Rezeptionsdokumenten, unter welchen ästhetischen, gesellschaftlichen und kulturellen Voraussetzungen Filme und Videos politisch aufgefasst und wirksam werden. Berücksichtigt sind Arbeiten aus dem Kontext der 68er-Proteste und der Neuen Sozialen Bewegungen, u.a. Chicorée, Krawall, Brecht die Macht der Manipulateure, Ruhestörung, ReduPers, Grauzone, Züri brännt und Passt bloss auf.

Franziska Heller: Alfred Hitchcock. Einführung in seine Filme und Filmästhetik. Paderborn/München: Wilhelm Fink Verlag, 2015. (Reihe «directed by»)

«Alfred Hitchcock dominiert die Filmgeschichte wie Napoleon: Unbeirrbar, enigmatisch und schonungslos sich selbst vermarktend.» (Bryony Dixon/British Film Institute 2012)
Der Name «Alfred Hitchcock» steht für ein außergewöhnliches Gesamtkunstwerk: Filme wie The 39 Steps, Rear Window, Vertigo, Psycho oder The Birds sind als Klassiker in das kollektive kulturelle Gedächtnis eingeschrieben. Zugleich hat Hitchcock sich selbst als unverwechselbare Ikone inszeniert; ein Star, der mit viel Ironie und schwarzem Humor seine filmischen Welten (an)moderiert und orchestriert. Es gibt wohl keinen anderen Filmregisseur, über den so viel geschrieben worden ist. Auf der Basis neuester Forschung bietet Franziska Heller eine Relektüre in Form exemplarischer Filmanalysen. Sie wirft überdies einen genauen Blick auf die mediale Rezeption der Filme. Welche Bedeutung haben Spielfilme (Biopics), Remakes, Sequels, Parodien wie auch Praxen der Filmrestaurierung und der digitalen Distribution für unsere Wahrnehmung von Hitchcock und seinen Filmen heute?
Weitere Informationen und Leseprobe

Till Brockmann: Die Zeitlupe – Anatomie eines filmischen Stilmittels. Marburg: Schüren, 2013. (Zürcher Filmstudien 33)

Obwohl die Zeitlupe seit den Anfängen des Kinos ein ebenso spektakulärer wie beliebter Spezialeffekt ist und besonders in den letzten Jahrzehnten im Spiel- und Dokumentarfilm, in TV-Sportreportagen, Werbefilm und Videoclip immer intensiver zum Zuge kommt, gibt es bislang wenige Studien, die sich eingehend mit dem Phänomen befassen. Das vorliegende Werk bietet einen handbuchartigen und umfassenden Überblick über Geschichte, Theorie, Technik und vor allem narrative Verwendung sowie ästhetische Prägung dieses aussergewöhnlichen Stilmittels. Die Arbeit belegt anhand von umfangreichen Forschungsmaterial (mehr als 280 analysierten Filmen) und vielen Beispielen, wie vielschichtig die erzählerischen Funktionen der Zeitlupe sind und wie sie zumeist in synergetischer Kombination auftreten.

Guido Kirsten: Filmischer Realismus. Marburg: Schüren, 2013. (Zürcher Filmstudien 32)

Das Thema ‹Realismus› begleitet den Film seit seinen Anfängen und gehört in der Filmkritik und -theorie zu den meistdiskutierten Gebieten. Der vorliegende Band trägt zur begrifflichen Klärung bei, indem er zwischen dem ‹Realismus des Films› und dem ‹Realismus im Film› unterscheidet. Als Realismus des Films werden die Bezüge des Mediums zur physischen und phänomenalen Wirklichkeit gefasst und über die Begriffe der Indexikalität und des Realitätseindrucks entfaltet. Der Realismus im Film bezeichnet dagegen eine bestimmte Ästhetik im Unterschied zu anderen. Ihm widmet sich der Band aus semiopragmatischer Perspektive und expliziert, was es heißt, einen Film ‹realistisch› zu ‹lesen›. Neben Beispielen aus dem chinesischen und iranischen Kino und der Berliner Schule werden besonders der französische Film der 1910er Jahre, der Neorealismus im Nachkriegs-Italien und das rumänische Kino seit der Jahrtausendwende untersucht.

Christine N. Brinckmann: Farbe, Licht, Empathie. Schriften zum Film 2. Marburg: Schüren, 2014. (Zürcher Filmstudien 31)

Farbe, Licht, Empathie – drei zentrale Bereiche filmwissenschaftlicher Forschung, denen sich dieser Band widmet.
Als formale Elemente sorgen Farbe und Licht nicht allein für den Look eines Films, sondern heben hervor, trennen Wichtiges von Akzidentellem, stellen Verbindungen her und fungieren als Motive. Sie schaffen subtil Atmosphären, setzen Akzente, gliedern die Komposition und erzeugen Bildspannung. Nicht zuletzt verdankt sich die Einfühlung in den Film diesen vermeintlich selbstverständlichen Mitteln. Empathie – das zeigen die Analysen von Spiel-, Dokumentar- und Tierfilm – ist die Schnittstelle zwischen dem Film und seinem Zuschauer, Grundlage unserer Gefühle im Kino.

Philipp Brunner, Jörg Schweinitz, Margrit Tröhler (Hg.): Filmische Atmosphären. Marburg: Schüren, 2012. (Zürcher Filmstudien 30)

Was meinen wir, wenn wir von der ‹Atmosphäre› in Film und Kino sprechen? In erster Linie verschiedene Empfindungsräume, an die sich subtile Wahrnehmungen und Stimmungen binden: Seien es mit filmischen Mitteln gestaltete Momente und Orte auf der Leinwand; seien es einnehmende Situationen und Dispositive – vom Daumenkino bis zum Openair-Festival –, in denen wir Filme schauen und uns von ihnen berühren lassen.
Erstmals in der deutschsprachigen Filmwissenschaft nähern sich Autorinnen und Autoren eines Bandes den unterschiedlichsten Facetten dieses Themas. Sie fragen nach ästhetischen, materiellen, technologischen und sozialen Aspekten filmischer Atmosphären ebenso wie nach historischen Wahrnehmungsräumen: Wann ist ein Film ‹atmosphärisch dicht›? Oder welche atmosphärischen Effekte erzeugen Filme von Tom Tykwer, Gus Van Sant oder Jean-Pierre Melville, von Kurt Kren oder Hans Richter, von Friedrich Wilhelm Murnau oder Urban Gad? Welche Aura entwickeln Stummfilme heute? Wie fühlte man sich im Duftkino? Und kann ein Film auf dem iPhone ein atmosphärisches Erlebnis bieten?