Publikationen

Aktuelle Neuerscheinungen

 

Mireille Berton, Charlotte Bouchez, Susie Trenka (Hg.): La Circulation des images: cinéma, photographie, nouveaux médias / Die Zirkulation der Bilder: Kino, Fotografie und neue Medien. Marburg: Schüren 2018.

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Der zweisprachige Band Die Zirkulation der Bilder befasst sich aus pragmatischer Perspektive mit Zirkulationsphänomenen im Zeitalter der Massenreproduktion von Bildern. Die zehn Texte von Nachwuchsforschenden der Universitäten Lausanne und Zürich präsentieren konkrete Fallstudien aus dem Zeitraum von den 1930er-Jahren bis in die Gegenwart, wobei das Bilderspektrum von Kinofilmen über Fotografien bis zu multimedialen Fantasiefiguren reicht. Jede Studie beleuchtet die materiellen, sozialen und politischen Umstände, die den Zirkulationsprozess der jeweiligen Bilder steuern. Im Zentrum steht dabei stets die Frage nach den Strategien der Akteure und den Auswirkungen der Zirkulation. Zur Sprache kommen beispielsweise die transnationale Zirkulation und Rezeption von Filmen, Fragen der Institutionalisierung der Fotografie, die Rolle von (physischen oder digitalen) Archiven oder Phänomene von partizipativer Produktion/Konsumation in Zeiten des Internets. Über die spezifischen Analysen hinaus bieten die zahlreichen Querverbindungen zwischen den vielfältigen (historischen) Studien auch Anlass, die Konzepte von Produktion, Zirkulation und Rezeption auf theoretischer Ebene zu überdenken. ​
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Margrit Tröhler, Guido Kirsten (Hg.): Christian Metz and the Codes of Cinema. Film Semiology and Beyond. Amsterdam: Amsterdam University Press, 2018.

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A pioneering figure in film studies, Christian Metz proposed countless new concepts for reflecting on cinema from the 1960s to the 1980s. He also played a key role in establishing film studies as a scholarly discipline, making major contributions to its institutionalization in universities worldwide. This book brings together a stellar roster of contributors to present a close analysis of Metz’s writings, their theoretical and epistemological positions, and their ongoing influence today. ​
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Seraina Rohrer: La India María. Mexploitation and the Films of María Elena Velasco. Austin: University of Texas Press, 2017.

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La India María—a humble and stubborn indigenous Mexican woman—is one of the most popular characters of the Mexican stage, television, and film. Created and portrayed by María Elena Velasco, La India María has delighted audiences since the late 1960s with slapstick humor that slyly critiques discrimination and the powerful. At the same time, however, many critics have derided the iconic figure as a racist depiction of a negative stereotype and dismissed the India María films as exploitation cinema unworthy of serious attention. By contrast, La India María builds a convincing case for María Elena Velasco as an artist whose work as a director and producer—rare for women in Mexican cinema—has been widely and unjustly overlooked.

Drawing on extensive interviews with Velasco, her family, and film industry professionals, as well as on archival research, Seraina Rohrer offers the first full account of Velasco’s life; her portrayal of La India María in vaudeville, television, and sixteen feature film comedies, including Ni de aquí, ni de allá [Neither here, nor there]; and her controversial reception in Mexico and the United States. Rohrer traces the films’financing, production, and distribution, as well as censorship practices of the period, and compares them to other Mexploitation films produced at the same time. Adding a new chapter to the history of a much-understudied period of Mexican cinema commonly referred to as «la crisis,» this pioneering research enriches our appreciation of Mexploitation films.
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Mattia Lento: La scoperta dell'attore cinematografico in Europa. Attorialità, esperienza filmica e ostentazione durante la seconde époque. Pisa: Edizioni ETS, 2017. (Collana: Scritture della visione 21)

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Questo studio dàconto della rivoluzione produttiva, distributiva e spettacolare avvenuta a partire dal 1910 con l'irrompere dei film di Asta Nielsen e ricostruisce le caratteristiche peculiari del cinema della seconde époque, ovvero del cinema europeo degli anni Dieci, un periodo in cui l’istituzione cinematografica èimpegnata a valorizzare e negoziare la novitàcostituita dall'attore. Il suo emergere èstato interpretato come naturale conseguenza della sempre maggiore importanza assunta dalla narrazione oppure confuso con la nascita del divismo. Coniugando ricerca storico-empirica, analisi filmica, teoria cinematografica e teatrale, La scoperta dell'attore cinematografico in Europa intende gettare nuova luce su un processo finora sottovalutato e su un momento storico considerato troppo spesso come mero momento di transizione tra cinema delle origini e cinema narrativo classico. Inoltre, a partire da un'indagine storicamente situata, questa ricerca intende offrire anche nuovi strumenti di analisi della recitazione cinematografica, che tengano conto non soltanto dell'agire attoriale, ma anche della mediazione e della ricezione della performance.
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Sandra Frimmel, Fabienne Liptay, Dorota Sajewska, Sylvia Sasse (Hg.): Artur Żmijewski. Kunst als Alibi. Zürich/Berlin: diaphanes, 2017.

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Kunst als Alibi – damit ist eine Strategie des polnischen Videokünstlers Artur Żmijewski benannt. In seinen Arbeiten rehabilitiert Żmijewski die Idee der Wirkung von Kunst auf die Gesellschaft als Konzept autonomer Kunstproduktion. Dabei verzichtet er radikal auf eine Ästhetisierung der Wirklichkeit. Kunst ist für ihn vielmehr ein »Werkzeug«, ein »Mechanismus« und manchmal auch nur das »Alibi«, um politisch in die Welt eingreifen zu können. Er arbeitet mit MuseumsdirektorInnen, mit Frauen im Gefängnis, mit KünstlerInnen, AktivistInnen und PolitikerInnen.
Der vorliegende Band versammelt ausgewählte Essays, Gespräche und Bilder ­Żmijewskis, die die Idee der künstlerischen Praxis, die er selbst auch »Angewandte Gesellschaftskunst« nennt, vorstellen und diskutieren.

 

Kristina Köhler: Der tänzerische Film. Frühe Filmkultur und moderner Tanz. Marburg: Schüren, 2017. (Zürcher Filmstudien 38)

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Schon um 1900 beschrieben Besucher von Filmvorführungen das Flackern auf der Leinwand als «Tanz der Bilder». Die Idee, dass Filme Tanz nicht nur aufzeichnen, sondern selbst tänzerische Bewegungseffekte freisetzen – etwa durch die Gestaltung der Kamerabewegung oder Montage, kursiert seither in der Filmtheorie. Der Band untersucht die Denkfigur vom tänzerischen Film und zeichnet ihr Entstehen im Kontext der intermedialen Geschichte von früher Filmkultur und modernem Tanz zu Beginn des 20. Jahrhunderts nach. 
Erarbeitet wird ein Theorie- und Analysemodell, das danach fragt, unter welchen ästhetischen, gesellschaftlichen und kulturellen Voraussetzungen Filme als «Tanz» erfahrbar werden. Aus dieser Perspektive wird die Geschichte des tänzerischen Films an einer Fülle von bislang kaum beachteten historischen Materialien – Filme, Filmtheorien, Aufführungspraktiken – entfaltet. Das Spektrum reicht von den Tanz- und Trickszenen des frühen Kinos über wissenschaftliche Bewegungsstudien, Tanz- und Kulturfilme, Filmkomödien und Melodramen der 1910er Jahre bis hin zu den ‹absoluten› Experimentalfilmen der 1920er und 1930er Jahre. Erstmals in den Blick genommen werden auch die Reaktionen moderner Tänzer, Choreographen und Tanztheoretiker wie Isadora Duncan, Rudolf von Laban und Mary Wigman auf den Film.

 

Jörg Schweinitz, Margrit Tröhler (Hg.): Die Zeit des Bildes ist angebrochen!
Französische Intellektuelle, Künstler und Filmkritiker über das Kino. 1906–1929
. Alexander Verlag Berlin: Berlin, 2016.

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Die Zeit des Bildes ist angebrochen! präsentiert – erstmals in deutscher Übersetzung – das Spektrum der Debatten französischer Poeten, Künstler, Wissenschaftler und Kritiker über das junge Kino in 60 ausgewählten Texten aus den Jahren 1906–1929. Der Band ist mehr als eine Spezialität für Filmhistoriker, denn mit dem Siegeszug des Symbolmediums der Moderne vollzogen sich tiefgehende Wandlungen in Alltagskultur, Wahrnehmung und Künsten. Populäre Serien, das Niegesehene der Mikrowelt und fremder Kontinente sowie die neue fluide, teils avantgardistische Ästhetik der Filme riefen nach Debatte und Affirmation. Musik, Farbe, Rhythmus: Photogénie! Ein aktiver Streiter war Jean Epstein, dessen Sammlung Bonjour cinéma (1921) in Die Zeit des Bildes ist angebrochen! zum ersten Mal in deutscher Sprache komplett mit allen Beiträgen, Gedichten und Grafiken erscheint. (Webseite zum Buch)

 

Fabienne Liptay: Telling Images. Studien zur Bildlichkeit des Films. Zürich/Berlin: diaphanes, 2016.

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In der Filmbetrachtung sind die Bilder dem Blick zunächst gegeben, bevor sie zu erzählen beginnen. Im blinden Fleck dieses Blicks liegt das, was den Bildern erst durch Erzählungen hinzugedacht wird. Filme gestalten Geschichten mit den ihnen gegebenen visuellen Ausdrucksmöglichkeiten, sie generieren aber auch Bildvorstellungen, die narrativ entwickelt werden. Diese Vorstellungen erlauben Rückschlüsse auf ästhetische und technische, soziale und politische Aspekte der Wahrnehmung und Verwendung von Bildern.

Die in diesem Buch versammelten Studien entlang der Werke bekannter Regisseure wie Michael Haneke, Krzysztof Kieślowski, Jim Jarmusch, Wim Wenders oder Ari Folman eröffnen ungewohnte Perspektiven auf das Verhältnis, das Bilder und Erzählungen im Film unterhalten.

 

Daniel Wiegand: Gebannte Bewegung. Tableaux vivants und früher Film in der Kultur der Moderne. Marburg: Schüren, 2016. (Zürcher Filmstudien 36)

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Als Tableaux vivants oder ‹lebende Bilder› bezeichnet man von lebenden Personen nachgestellte Gemälde oder Skulpturen. Um 1900 erfreute sich diese eigenartige Form der Schaustellung unter anderem auf den Bühnen der großen Varietétheater, auf Volksfesten und bei Vereinsabenden großer Beliebtheit. Der vorliegende Band zeigt, dass Tableaux vivants als wesentlicher Bestandteil der visuellen Kultur dieser Jahre auch einen Bezugsrahmen für die Entstehung des neuen Massenmediums Film bildeten. Dabei werden diverse intermediale Konstellationen in den Blick genommen: gemeinsame Aufführungskontexte und Publikumsschichten, aber auch Filme, die bewusst auf Inszenierungsweisen der älteren Unterhaltungsform zurückgriffen.
Der Band präsentiert eine Fülle an historischem Material zu Tableaux-vivants-Aufführungen um 1900 und analysiert zugleich zahlreiche Filme aus dem internationalen Kino der Attraktionen bis 1914, u.a. die magischen Trickfilme von Georges Méliès und Segundo de Chomón, frühe Filmburlesken von Pathé und Gaumont sowie Aufnahmen populärer Varieténummern. Er leistet zudem eine eingehende Auseinandersetzung mit der frühen Filmtheorie der Jahre um 1910.

 

Thomas Christen (Hg.): Vom Neorealismus bis zu den Neuen Wellen: filmische Erneuerungsbewegungen 1945-1968. Einführung in die Filmgeschichte, Band 2. Marburg: Schüren, 2016.

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Der Band analysiert verschiedene Phasen der Erneuerung und des Aufbruchs im Kino nach den Erschütterungen durch den 2. Weltkrieg. Die wichtigsten Strömungen am Ende der vierziger Jahre bilden dabei der Film Noir sowie der italienische Neorealismus und als wenig geglückter Versuch der deutsche Trümmerfilm. In den späten vierziger und fünfziger Jahren sieht sich der Hollywoodfilm im Kampf gegen das Fernsehen vielerlei Herausforderungen gegenüber, denen er technologisch (Farbe, Breitwand) und anderweitig (z.B. durch Starkult) zu begegnen weiß. Ende der Fünfzigerjahre kommt es sowohl in West-, aber auch in Osteuropa, in Nord- und Lateinamerika zu einer zweiten, noch folgenreicheren Reihe von Erneuerungs-bewegungen, die unter dem Namen Neue Wellen zusammengefasst werden. In Westeuropa sind dies die französische Nouvelle Vague, das britische Free Cinema und die British New Wave sowie der Junge Deutsche Film, der Papas Kino für tot erklärte. Auch im osteuropäischen Kino entstehen vielerlei Ableger der Neuen Wellen, auch wenn sie vielfach gegen Zensurmaßnahmen zu kämpfen. Der Italowestern sowie die britisch/amerikanische Erfolgsserie James Bond eröffnen Perspektiven auf das Mainstreamkino in den Sechzigerjahren. Den Abschluss bildet schließlich ein Blick nach Übersee: das New American Cinema, die japanische Nuberu bagu sowie das brasilianischen Cinema nôvo.
Filmbeispiele, ausführliche Biblio- und Filmografien (mit DVD-Nachweis) runden die achtzehn Kapitel ab.