Seminar

Zur fachlichen Ausrichtung

Mit seinen drei Perspektiven Filmanalyse, Filmgeschichte und Filmtheorie, die den Aufbau des Studienprogramms prägen, schreibt sich das Zürcher Seminar in Lehre und Forschung in eine historisch-kritische, kultur- und geisteswissenschaftliche Tradition ein. Film und Kino werden als (audio-)visuelle Phänomene in ihrer sozialen und künstlerischen Praxis und in ihren theoriegeschichtlichen Diskursen untersucht; sie werden im Wandel vom 19. bis zum 21. Jahrhundert zu anderen Konstellationen, Dispositiven und Formen der Bildlichkeit und des Akustischen in Beziehung gesetzt.


Zur Geschichte

Im Herbst 2009 feierte das Seminar für Filmwissenschaft sein zwanzigjähriges Bestehen mit einer Tagung zum Thema Filmische Atmosphären (der Schriftenband zur Tagung ist 2012 als Band 30 der Reihe «Zürcher Filmstudien» im Schüren Verlag, Marburg, erschienen).

Nach einer langen und kulturpolitisch interessanten Vorgeschichte, die schliesslich zur Aufnahme der Filmwissenschaft in den Fächerkanon der Philosophischen Fakultät der Universität Zürich führte (vgl. dazu nebenstehend den Aufsatz von Thomas Christen), trat Frau Christine Noll Brinckmann zum Herbstsemester 1989 als erste Professorin für Filmwissenschaft an der Universität Zürich ihr Amt an. Sie leitete das Seminar während 13 Jahren bis zu ihrer Emeritierung im Herbst 2002. Mit unermüdlichem Engagement und mit viel Um- und Weitsicht baute sie den Zürcher Studiengang Filmwissenschaft auf und verhalf dem Seminar auch auf der Ebene der Forschung zu nationaler und internationaler Ausstrahlung. Auf dieser Basis konnte sich das Seminar seither weiter vergrössern, das Lehrangebot noch verbreitern und neue Forschungsprojekte zu Film und Kino lancieren. 2003 übernahm ihre Nachfolgerin, Frau Prof. Dr. Margrit Tröhler, die Leitung des Seminars. Ein zweiter ordentlicher Lehrstuhl ist seit Herbst 2007 mit Herrn Prof. Dr. Jörg Schweinitz besetzt. Seit Januar 2014 ist das Seminar für Filmwissenschaft mit zwei weiteren Professuren ausgestattet: So konnten Frau Prof. Dr. Barbara Flückiger, die zwischen 2007 und 2013 bereits als Gastprofessorin im universitätsübergreifenden Masterstudiengang Netzwerk Cinema am Seminar tätig war, sowie Frau Prof. Dr. Fabienne Liptay, die von der Ludwig-Maximilians-Universität München an das Zürcher Seminar gewechselt hat, ihre Arbeit in Lehre und Forschung aufnehmen.

Heute ist das Seminar zu einem Zentrum der filmwissenschaftlichen Lehre und Forschung im europäischen Raum geworden. Es bietet zahlreichen Promovierenden, ob nun in Doktoratsprogrammen oder als wissenschaftliche Assistentinnen und Assistenten, aber auch Habilitierenden eine Heimstatt und einen Ort des Austauschs. Ein engagiertes Team von Mitarbeitenden in der Administration sowie die systematisch aufgebaute und inzwischen sehr gut ausgestattete Fachbibliothek und Videothek des Seminars sichern am 2010 bezogenen Standort in Zürich-Oerlikon beste Bedingungen für die Arbeit in Forschung und Lehre.