Das Fach Filmwissenschaft

Das Fach Filmwissenschaft

Film kennt viele Erscheinungsformen und findet an vielen Orten statt: Spielfilme, Dokumentarfilme, Experimentalfilme, Animationsfilme, Amateurfilme und Serien laufen in Kino, Fernsehen, Internet und sozialen Medien. Die Filmwissenschaft beschäftigt sich mit Film als Medium, als Kunst und allgemein als sozio-kulturelle Ausdrucksform. Filmanalyse, Filmgeschichte und Filmtheorie sind wesentliche Teilgebiete des Faches. Mit diesen Teilgebieten sind jeweils spezifische Fragestellungen verbunden.

Filmanalyse: Jeder Film lässt sich über verschiedene Aspekte der Gestaltung analysieren: Kamera, Schnitt, Licht, Farbe, Effekte, Schauspiel, Kostüm, Architektur, Dialog, Musik, Geräusche. Wie sind diese Aspekte im konkreten Fall eingesetzt, um Bilder und Bildfolgen zu gestalten, Bedeutungen zu stiften und Geschichten zu erzählen? Wie sind sie fachterminologisch zu benennen und in ihrem Zusammenspiel zu analysieren? Welche Wahrnehmungsangebote sind mit ihnen jeweils verbunden und in welche Verständniskontexte lassen sie sich einordnen?

Filmgeschichte: 1895 wurden erstmals Filme vor Publikum aufgeführt. Welche Entwicklungen sind dem Film vorausgegangen und wie hat sich das Medium historisch seither verändert? Welche Stiltendenzen sind innerhalb der Filmgeschichte auszumachen und nach welchen historiografischen Modellen lassen sie sich beschreiben? Was zeichnet die Entwicklungen in den jeweiligen Filmkulturen und Filmnationen aus und in welchen Zusammenhängen können sie betrachtet werden? Welche Bedeutung kommt hierbei der Entwicklung von filmischen Technologien und Institutionen zu? Und wie lässt sich Filmgeschichte in sozialhistorischer und geopolitischer Perspektive sowie im Kontext grösserer ästhetischer Strömungen beschreiben?

Filmtheorie: Die Geschichte des Films wird begleitet vom systematischen theoretischen Nachdenken über das Medium. Welche grundlegenden Modelle und Etappen dieser Reflexionen prägen die Geschichte der Filmtheorie? In welchem Verhältnis stehen Grundmotive der Filmtheorien zu ästhetischen, technologischen, politischen und ideologischen Aspekten der jeweiligen Filmpraxis? Inwiefern schärfen historische Filmtheorien den Blick auf das aktuelle Kino und heutige Medienumbrüche? Wie wird der Film in den jeweiligen Theorien gedacht und adressiert: als Kunstform, als Ware, als Massenmedium, als Spiegel der Gesellschaft, als psychischer Apparat, als Form des Denkens oder besondere Art der Erfahrung?


Wer sich für eine filmpraktische Ausbildung (Regie, Kamera, Schnitt, Drehbuch) interessiert, ist an einer Filmhochschule wie der Zürcher Hochschule der Künste, Departement Darstellende Künste und Film an der richtigen Adresse.

Spätere Tätigkeitsbereiche

Das Studium der Filmwissenschaft eröffnet vielfältige berufliche Perspektiven. Es qualifiziert für eine Tätigkeit in unterschiedlichen Bereichen des Medien- und Kulturbetriebs, insbesondere der Filmkultur, -politik und -wirtschaft:

  • Filmproduktion, Filmverleih, Filmfestivals
  • Programmierung von Filmen für Kino, Festival, Fernsehen
  • Fernseh- und Online-Redaktionen, Sendeanstalten
  • Museen und Archive mit filmbezogenen Sammlungen
  • Film- und Medienvermittlung
  • Filmpolitik, Filmförderung, Kulturstiftungen
  • Filmjournalismus, Filmkritik, Filmpublizistik
  • Akademische Laufbahn, Tätigkeit im Wissenschaftsbereich