Forschungskolloquium

Herbstsemester 2019

Termine ReferentInnen

16.10.

Nadine Soraya Vafi (Universität Zürich)
Beyond Borders: Modern Sounds of the Metropolis – Urban Noise in Early Sound Film

Welchen Lärm und welche Geräusche hört man im frühen Tonfilm der Zwischenkriegszeit? Das Forschungsprojekt setzt sich mit frühen Tonfilmen zwischen 1927 bis 1938 auseinander und untersucht hierbei die verschiedenen filmisch urbanen Geräusche und den Lärm, wobei diese im transnationalen Kontext analysiert und verortet werden.

Olivia Kristina Stutz (Universität Zürich)
The Poetics of Color Film. Materials, Technologies, Aesthetics (1890s-1930s)

Die Poetik des analogen Farbfilms zwischen den 1890er und Mitte der 1930er Jahre – eine Zeit, die von intensiven und sich schnell verändernden technischen und ästhetischen Entwicklungen im Film geprägt war – stellt ein Forschungsfeld dar, das einen tieferen Einblick in die enge Beziehung zwischen Technologie, haptischer Materialität und Ästhetik bietet. Die Hervorhebung materialästhetischer Unterschiede dieser Filmfarbenverfahren ist der Schlüssel zur Etablierung eines grundlegenden Wissens über historische Farbfilmprozesse und ihren ästhetischen Möglichkeiten und technischen Einschränkungen. 

   

20.11.

Babylonia Constantinides (LMU München/Universität Zürich)
Projiziertes Leben: Praktiken des Entwerfens von Biografie im Film

Das Bedürfnis nach Bedeutung und Konnex nährt das Interesse am biografischen Erzählen und manifestiert sich in harten Realitäten sozialer Strukturen. Bei der Aufnahme und dem Arrangement von erlebter, erinnerter oder behaupteter Lebenszeit greifen Mechanismen des Hineinversetzens und der reflexiven Distanz ineinander. Übergänge führen von oberflächlichen Erzählschablonen zu tiefliegenden Tabuzonen, von Fakten zu Fiktionen. Das Promotionsprojekt Projiziertes Leben befragt aktuelle biografische Filme auf ihr theoretisches Potenzial in Bezug auf Vorstellungen von Biografie. Analysiert werden Filme, die Relationen zwischen der Darstellung und Herstellung von Biografie nachzeichnen und verhandeln, was eine Lebensgeschichte ist, welche Parameter und Aspekte diese formen und in welche Formen sie gefasst werden kann. Durch die Auseinandersetzung mit den eigenen medialen und mimetischen Bedingungen zeigen sich biografische Realitäten als von Menschen gemachte und veränderbare Narrationen. Es stellen sich Fragen nach Praktiken der Aneignung und der Wiederholung von Lebensgeschichten, die alternative Konstruktionen entwerfen.

Seraina Winzeler (Universität Zürich)
Eingreifen, Aufzeichnen, Zeigen – Konfigurationen filmischer Zeugenschaft

Im späten 20. und frühen 21. Jahrhundert lässt sich in verschiedenen Forschungsbereichen, künstlerischen und kulturellen Praktiken ein anhaltendes Interesse für Konzepte der Zeugenschaft beobachten. In diversen «Testimonial Cultures» überschneiden sich erinnerungs- und identitätspolitische Diskurse, technologische Entwicklungen und medientheoretische Fragen visueller Repräsentation, Privates und Politisches, Populärkultur und Oral History, emanzipatorische Kämpfe und die Emotionalisierung und Individualisierung politischer Anliegen. Auch im feministischen, schwul-lesbischen oder queeren Filmschaffen werden partielle, subjektive, biografisch und emotional geprägte Sichtweisen miteinbezogen, die sich ebenfalls in diesen Spannungsfeldern situieren. Diese werden im Projekt aus einer historischen und theoretischen Perspektive betrachtet. 

 

Die Programme des Forschungskolloquiums aus den vergangenen Semestern finden Sie im Archiv.