Header

Suche

Forschungskolloquium

Herbstsemester 2026

Die Programme des Forschungskolloquiums aus den vergangenen Semestern finden Sie im Archiv.

Termin             Referent:innen
07. Oktober

Martin Siegler (Siegen)
Loch-Werden. Das Kino in Zeiten der Aushöhlung

Wir leben in durchlöcherten Welten. Von Schlaglöchern und Hitzeblasen im Asphalt über schmelzende Gletscher und klaffende Tagesbrüche bis hin zum Ozonloch in der Atmosphäre sind Löcher allgegenwärtige Symptome menschlicher Eingriffe ins Erdsystem. Mein Habilitationsprojekt Hollowcene erforscht die ausgehöhlten Landschaften der Gegenwart anhand filmischer Szenen des Loch-Werdens: Tunneldurchbrüche, Erdrutsche, Tagesbrüche und Höhlenerkundungen zeigen, wie sich die Erde heute als instabiler Grund zu erkennen gibt. Zugleich verwandelt sich das filmische Bild selbst in ein poröses Medium, das für das Eindringen der Erde durchlässig wird.

11.November

Nico Uebersax (Zürich)
Zwischen uns der Film – Frühe Privatfilme als Erinnerungstexte

Im Forschungskolloquium stelle ich den momentanen Stand meiner Dissertation vor. Diese untersucht die Privatfilmpraxis der Zwischenkriegszeit als erste Produktion persönlicher audiovisueller Erinnerungstexte. Im Zentrum steht die filmtheoretische Frage, wie die ersten Privatfilmpraktiken zwischenmenschliche Beziehungsstrukturen, Interaktions- und Erlebnisräume sowie Auffassungen von Selbst und Anderen rekonfigurieren. Die Herangehensweise vereint Leibphänomenologie, soziologische Praxistheorie und Erinnerungs- sowie Dispositivkonzepte. Dabei fokussiere ich mich sowohl auf die Erinnerungstexte und deren privaten Gebrauchsweisen als auch auf archivarische Gedächtnispraktiken und meine eigene Begegnung mit den historischen Dokumenten.

09.Dezember

Iris Fraueneder (Wien)
Pulsing Images. Unverfügbarkeit und filmische Praktiken der Intervention

Pulsing Images beschreibt verschiedene Formen der Unverfügbarkeit von Bildern aus dem Libanon und Israel-Palästina anhand von Filmen und Fotografien, die politisch oder historisch bedingt dem Sehen entzogen wurden, materiell ungreifbar oder inexistent sind – ungemacht oder nicht fertiggestellt, nicht archiviert oder zensiert. Die hier untersuchten Filme und künstlerischen Projekte begeben sich auf die Spuren dieser Bilder und erproben unterschiedliche ästhetische Praktiken, um in ihre Unverfügbarkeit zu intervenieren.

   

 

Weiterführende Informationen

Forschungskolloquium

Das Forschungskolloquium des Seminars für Filmwissenschaft findet an ausgewählten Terminen im Semester, jeweils mittwochs von 16:15 bis 17:45 Uhr bis auf Weiteres im Raum AFL E-019 statt. Die Teilnahme erfolgt auf Einladung. Interessierte Gäste sind herzlich willkommen. Um eine Anmeldung per Email wird gebeten.

Kontakt

Babylonia Constantinides 
babylonia.constantinidestank@uzh.ch