Summer School – Arsenal Berlin
19.–21. August 2026, im Arsenal Filminstitut, Berlin
Filmarchive sind voller Ideen und Entwürfe, teils erdacht, oft der gelebten Realität entnommen, denen es verwehrt geblieben ist, Geschichte zu schreiben. Kritik, die nicht gehört wurde, Analysen, die geltenden Narrativen weichen mussten, Lebens- und Möglichkeitsräume, denen Grenzen gesetzt wurden. Nicht selten wurden filmische Formsprachen, die andere Perspektiven ermöglichen sollten, als sperrig, zu viel Direktheit dagegen als unfilmisch gebrandmarkt. Gemeinsam mit den Inhalten, auf die sie sich bezogen, verblieben viele Filme auf diese Weise außerhalb der öffentlichen Wahrnehmung.
Kulturelle Räume werden kleiner und mit ihnen die Vielfalt vergessener, unterdrückter oder historisch gewordener Lebensentwürfe, die zumindest im Kino einmal einen Ort hatten. Angesichts der Krisen und Kriege der Gegenwart brauchen wir sie umso mehr: als Orientierungshilfe und Korrektiv in einer Zeit, die von Polarisierung und eingleisigen Narrativen geprägt ist. Filmarchive sind Sammlungen von Perspektiven und Stimmen mit Ausdruckskraft. Die diesjährige Summer School nimmt sie als Lebens- und Handlungsräume in den Blick.
Zu den Beitragenden zählen in diesem Jahr Stipendiatinnen und Stipendiaten der Living Archive-Residency, die das Arsenal und das Goethe-Institut im August und September gemeinsam ausrichten: Didi Cheeka (Lagos Film Society, Nigeria), Drika de Oliveira (Brasilien), Petna Ndaliko Katondolo (Republik Kongo) und Beatrice Zerbato (Italien). Weitere Referent*innen sind die New Yorker Filmemacherin und Künstlerin Shelly Silver und die Berliner Filmemacher*innen und Künstler*innen Filipa César, Minze Tummescheit und Arne Hector.
Die Veranstaltungen finden in englischer Sprache statt. Die Teilnehmer*innenzahl ist begrenzt