Digitalisierung historischer Schweizer Filmzeitschriften

Projektleitung: Prof. Dr. Margrit Tröhler; Prof. Dr. Jörg Schweinitz
Wissenschaftlicher Mitarbeiter: Dr. Adrian Gerber
Das Projekt wurde 2015–2018 in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Nationalbibliothek in Bern und der ETH-Bibliothek Zürich realisiert.

Für die finanzielle Unterstützung der fachwissenschaftlichen Arbeiten am Seminar für Filmwissenschaft danken wir der G+B Schwyzer Stiftung (Zürich) und der Casinelli-Vogel-Stiftung (Zürich).

Im Zuge des aktuellen Trends der Digital Humanities werden in verschiedenen Ländern historische Filmzeitschriften zunehmend digitalisiert und über verschiedene Internet-Plattformen online frei zugänglich gemacht. Sie dienen der internationalen Forschungsgemeinschaft als wertvolle Materialsammlung. Branchen- und Publikumspresse aus den ersten Jahrzehnten der neuartigen Unterhaltungsindustrie stellen eine einzigartige Quelle für Forschung und Lehre dar: Sie reflektieren und begleiten die Entwicklung des Mediums, die Ausformung seiner Genres und ästhetischen Formen und die Entfaltung des filmtheoretischen Denkens. In den redaktionellen Teilen spiegeln sich die gesellschaftlichen Debatten über das neue Medium, über die politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen, über seinen Bildungs- und Kunstwert sowie über die Rezeption; die Fotografien und Werbegrafiken dokumentieren das aufkommende Starwesen, und die Inserate geben Aufschluss über den nationalen und internationalen Filmmarkt (Produktion, Verleih, Aufführungspraktiken), über Foto-, Film- und Kinotechnik und allgemein über Werbestrategien.

Die Digitalisierung historischer Filmzeitschriften ist zum Beispiel in den USA und in Frankreich weit fortgeschritten. 

Eine erste Initiative von Schweizer Seite hat die Schweizerische Nationalbibliothek in Bern 2010/11 mit der Digitalisierung der frühesten schweizerischen Filmzeitschrift Kinema (1913–1919) in Zusammenarbeit mit dem Seminar für Filmwissenschaft der UZH umgesetzt.

2015 hat das Seminar für Filmwissenschaft die Digitalisierung weiterer historischer Schweizer Filmzeitschriften bei der Schweizerischen Nationalbibliothek angeregt. Diese Arbeiten wurden im April 2018 abgeschlossen, wobei die Nationalbibliothek als faktische Projektleiterin die Verantwortung für die technische Seite (Scannen, Erhebung der Meta-Daten, Online-Präsentation) trug, während das Seminar für Filmwissenschaft Recherche- und Unterstützungsaufgaben übernahm, die eine filmhistorische Expertise verlangten.

In diesem zweiten Projekt wurden folgende Titel digitalisiert:

  • Zappelnde Leinwand / Schweizer illustrierte Filmwoche, 1920–1926​
  • L’Écran illustré, 1924–1927​
  • L’Effort cinégraphique suisse / Schweizer Film Suisse, 1930–1944 (die weiteren Jahrgänge der Zeitschrift, die später als Film [1971–1979] und danach als Kino-Film [1980–1989] erschien, können aus urheberrechtlichen Gründen vorläufig nicht digital veröffentlicht werden) ​

Alle diese Zeitschriften sind auf der Plattform  e-periodica der Zürcher ETH-Bibliothek abrufbar;  über die Suchmaske auf der Homepage des Seminars für Filmwissenschaft ist zudem eine praktische Volltextrecherche und ein gleichzeitiger Zugriff auf alle digitalisierten Filmzeitschriften möglich.

Dort finden sich auch Kurzbeschreibungen aller vier digitalisierten Filmzeitschriften sowie eine Liste von weiteren Repositorien, über die historische Filmzeitschriften frei zugänglich sind.