SNF Exhibiting Film: Challenges of Format

SNF-Projekt
Laufzeit: Oktober 2017 bis September 2021

Projektleitung

Projektmitarbeitende

Projektbeschreibung

Das Forschungsprojekt ist den Herausforderungen gewidmet, die das Format an die Theorie und Praxis der Ausstellung von Filmen stellt. Basierend auf der Annahme, dass die Zirkulation von Filmen den Massgaben des Formats unterliegt, will das Projekt zu einer neuerlichen Anerkennung der Restriktionen und Möglichkeiten beitragen, die die lange Geschichte ihrer Ausstellung in den unterschiedlichen Kontexten des Kinos, des Festivals und des Museums begleitet haben. Während der Fokus wesentlich auf zeitgenössischen institutionellen und künstlerischen Praktiken liegt, ist es ein Anliegen des Projekts, in theoretischer Begriffsarbeit und exemplarischen Studien auch neue Zugänge zur Geschichte des Ausstellens von Filmen zu eröffnen.

Die Gründe für die zunehmende Präsenz von Filmen in Museen und Galerien sowie auf Festivals und Biennalen sind vielschichtig und keineswegs vornehmlich generischer Art, d.h. der Zuordnung etwa zu den Bereichen des Experimental- und Avantgardefilms oder der Videokunst geschuldet. Ebenso wenig lässt sie sich erschöpfend aus der Geschichte der Institutionen und ihrer Strukturen oder aus der Geschichte der kuratorischen und künstlerischen Praxis erklären. Das Forschungsprojekt basiert auf der Annahme, dass – neben generischen und institutionellen Faktoren – vor allem das Format als Kategorie entscheidend für den jeweiligen Ausstellungskontext von Filmen ist. Ob ein Film im Kino, im Fernsehen, im Museum oder auf dem Festival zu sehen ist, hängt vor allem davon ab, ob sein Format mit den jeweils gegebenen Voraussetzungen kompatibel ist. Filme, die aufgrund ihres Formats in den standardisierten Gefässen und Kanälen der Distribution innerhalb der Verwertungskette nur bedingt Platz finden, sind grundsätzlich auf alternative Plattformen und Infrastrukturen angewiesen, in denen sie gezeigt und verbreitet werden. Formate bestimmen unterdessen nicht nur, unter welchen technischen Voraussetzungen Medien operieren. In einem weiter gefassten kulturellen Verständnis, wie es im Rahmen des Forschungsprojekts profiliert wird, stellt das Format aufgrund seiner Massgaben der Standardisierung und Normierung die Bedingungen, unter denen Filme auch in sozialer und politischer Hinsicht zur öffentlichen Ausstellung gelangen.

Das Forschungsprojekt möchte zu einem differenzierten Verständnis der Bedingungen und Prozesse beitragen, die das Ausstellen von Filmen in den unterschiedlichen Kontexten des Kinos, des Festivals oder des Museums regulieren. Unter der Voraussetzung, dass das Format hierbei als zentrale Kategorie gelten darf, verfolgt das Projekt drei wesentliche Ziele: 1. die Untersuchung der institutionellen und künstlerischen Ausstellungspraktiken von Filmen sowie ihre Reflexion und Darstellung in den Filmen selbst; 2. die Erschliessung der materiellen und diskursiven Bedingungen der Zirkulation von Filmen in unterschiedlichen Ausstellungskontexten; 3. die Erforschung der Erkenntnis- und Wirkungspotentiale filmischer Ausstellungspraktiken innerhalb der weiteren sozialen und politischen Sphäre.

Kooperationspartner

  • Internationale Kurzfilmtage Winterthur, John Canciani, Künstlerischer Leiter
  • Migros Museum für Gegenwartskunst, Alena Nawrotzki, Leiterin Vermittlung und Programme