Visual Effects. Digital/analoge Formen der filmischen Darstellung

Prof. Dr. Barbara Flückiger
Projektleitung: Prof. Dr. Barbara Flückiger
(Nationalfonds Projektnummer 105327)

Laufzeit: 1. Oktober 2004 bis 30. September 2006

Computer generierte Visual Effects nehmen in der zeitgenössischen Filmproduktion zunehmend eine bedeutende Rolle ein, nicht nur in jenen Genres, die traditionell die Domäne von Special Effects bilden, wie Fantasy-, Abenteuer- und Science-Fiction-Filme. Selbst romantische Komödien, Thriller und Historienfilme integrieren mehr und mehr Computeranimationen in die Konstruktion der Erzählung. 
Das Forschungsprojekt untersucht die ästhetischen und narrativen Funktionen von Computer generierten Visual Effects im Spielfilm. Ausgehend von einer intensiven Beschäftigung mit den technischen Grundlagen der 3D-Modellierung und Animation analysiere ich ihre Entwicklung und Praxis und diskutiere deren Differenz zu herkömmlichen Methoden der filmischen Abbildungsverfahren. 
Die Compositing-Techniken, die analoges und digitales Bildmaterial kombinieren, bringen eine Reihe von bisher ungeklärten Fragen mit sich. Ästhetische Konsequenzen des Zusammenpralls von Korn und Pixel, von additiven und subtraktiven Farbsystemen, von konventioneller Fotografie und mathematisch-naturwissenschaftlichen Modellierungsalgorithmen erforsche ich auf der Folie von wahrnehmungs- und kognitionspsychologischen Erkenntnissen. Ebenso wichtig wird die filmhistorische Perspektive sein, die Frage nämlich, ob die digitale Produktion zu einem fundamentalen Umbruch filmischer Konventionen führt. Die veränderten Beziehungen zwischen Realität und Simulation bringen eine Reihe von neuartigen narrativen Konstellationen mit sich, in denen Brüche zwischen Diegesen verschiedenen Authentizitätsanspruchs Thema der Narration selber werden.