Verschwörung und Angstlust. Zur Theorie und Geschichte des Paranoia-Films

Dr. Henry M. Taylor

Laufzeit: 1. Oktober 2003 bis 30. September 2006

Seit den Sechzigerjahren hat sich der «Paranoia-Film» in der internationalen Kino- und Medienlandschaft als Meta-Genre herauskristallisiert. Strukturiert durch eine zentrale paranoide Phantasie, die häufig die Form einer Verschwörung annimmt, und jeweils in Gestalt eines oder mehrerer «Hilfsgenres» – z.B. Politthriller, Science Fiction oder Neo-Noir – kommt dieser Sorte von Film heute ein immer wichtigerer Stellenwert zu.

Im Vordergrund des Projekts steht eine Poetik und Hermeneutik des Phänomens als Meta-Genre, das vor dem Hintergrund populärer Konspirations-Diskurse theoretisiert werden soll. Schwerpunktmässig gilt es vor allem zwei zentrale Dekaden des nordamerikanischen und europäischen Paranoia-Films – die Siebziger- und die Neunzigerjahre – vergleichend auf historische Konstanten und Varianten zu untersuchen. Neben genretheoretischen, ästhetischen und narratologischen Aspekten geht es auch um Fragen der Kulturtheorie. So werden schliesslich historisch spezifische Bedeutungen und Gratifikationen des Meta-Genres freigelegt, mit einem Erkenntnisgewinn hinsichtlich der konkreten Filme, die ihrerseits Ausdruck tiefergehender kulturhistorischer Widersprüche und Krisen sind.