Forschungskolloquium

Herbstsemester 2018

Termin ReferentInnen

17.10.

Dr. Philipp Blum (Universität Zürich)

Weder Dokumentar- noch Spielfilm in Theorie und Praxis. Experimenteller Semidokumentarismus als queere Strategie des Filmischen

Der Vortrag basiert auf meiner Dissertation über Experimente zwischen Dokumentar- und Spielfilm und stellt diese vor. Thematisiert werden die Filme als zugleich performative und reflexive Aushandlungen zwischen Wirklichkeit und Phantas(ma)tik, Fiktionalität und Faktualität im Film. In der Verbindung ästhetisch-analytischer und theoretischer Perspektiven soll der Frage nachgegangen werden, wie modellieren Filme, die sich eindeutig weder als fiktional und/oder non-fiktional klassifizieren lassen, filmische Fiktionalität und Faktualität. Wie lassen sich solche Filme adäquat, das heißt, ihre generische Uneindeutigkeit produktiv wendend, beschreiben und welche filmtheoretischen Rückschlüsse lassen sich aus ihrer sinnlich konkreten Anschaulichkeit ziehen?

Der zur Vorbereitung eingereichte Text «Doku-Fiktionen. Filme auf der Grenze zwischen Fiktion und Non-Fiktion als ästhetische Interventionen der Gattungslogik» (Blum 2013) zeigt einen früheren Arbeitsstand zu meiner Dissertation an und nimmt bereits wesentliche Bezüge sowohl der Arbeit als auch des Vortrags vorweg. Im Sinne der Diskussion sollen zum Ende des Vortrags Anschlusspunkte für mein nächstes größeres Projekt aufgezeigt werden.

   

7.11.

Prof. Dr. Malte Hagener (Philipps-Universität Marburg)

Spannung, Wahrnehmung, Politik. Die Splitscreen bei Brian DePalma

Ausgehend von einem einzigen Verfahren der Bildgestaltung, dem Splitscreen, möchte ich aufzeigen, wie polyvalent und komplex die filmische Umsetzung dieser Figur sein kann. Insbesondere interessieren mich dabei drei Ebenen, die schlagwortartig im Titel benannt sind. Spannung bezieht sich auf die Dramaturgie und narrative Suspense, die in DePalmas Thrillern stets eine (vordergründige) Rolle einnehmen. Wahrnehmung evoziert die reflexive Dimension, die nach den Bedingungen der Möglichkeit von Erkennen durch Film fragt. Und Politik schließlich hebt ab auf die gesellschaftliche Dimension der Filme, die stets präzise und genau in einem konkreten Umfeld situiert sind. Weniger geht es mir dabei um eine auteuristische Rehabilitation des oft als Hitchcock-Epigonen geschmähten DePalma, sondern eher darum, wie ein einzelnes Verfahren multifunktionell und flexibel immer wieder neue Verwendung findet.

   

28.11.

Prof. Dr. Trond Lundemo (Stockholm University) 

Film Theory as Archive Theory: Database Approaches in Early Film Discourses

The digital turn has arguably liberated the single shot or the sequence from the entity of the work, and in the process instigated a migrant life of film clips on video servers independent from authorial control. Such a migrant life of film shots was also a feature of early cinema, and often addressed and discussed in early film discourses. Early film theory often aimed at situating cinema within an already established as well as emerging media-technological framework of its time, charting differences and continuities with literature, music, painting and theatre, as well as the gramophone, typewriter and still photography. By charting the media framework of cinema, early film theory also theorized the analogue archive. Today, cinema exists within a different media network with another connectivity, which asks to be theorized anew. Can early discourses and theories of the moving image as compilation and archival resources help us re-theorize the moving image in the age of digital database storage and transmission?

   

12.12.

Clea Wanner (Universität Basel)

Der neue kinematographische Mensch. Körperästhetiken im frühen russischen Kino

Abstract folgt.

 

Die Programme des Forschungskolloquiums aus den vergangenen Semestern finden Sie im Archiv.