Vorweihnachtlicher Semesterabschluss mit der Filmvorführung von «Das Kalte Herz» (1933)

Das Seminar für Filmwissenschaft lädt alle Studierenden und Interessierten zum vorweihnachtlichen Semesterabschluss mit der Vorführung des Märchenfilms «Das Kalte Herz» (1933) ein:

am Freitag, 16. Dezember 2016, 17:30 Uhr
im KINO TONI, Zürcher Hochschule der Künste / Toni-Areal, Pfingstweidstr. 96, 8005 Zürich 

Der Eintritt ist frei.

In den Jahren 1932/33 tat sich eine Gruppe junger Theater- und Musikschaffender in Berlin zusammen, um das Märchen vom «Kalten Herzen» nach Wilhelm Hauff zu verfilmen. Regie führte der Pianist Karl Ulrich Schnabel; die Hauptrolle übernahm der junge Franz Schnyder, der sich später als Regisseur einen Namen machte. Mit der 16mm-Kamera zog die Truppe durch die Wälder in und um Berlin, reiste in den Schwarzwald und an den Comersee, um mit Improvisation und Lust an einer unkonventionellen Bildwelt die Geschichte vom armen Köhler zu erzählen, der von Reichtum und Ansehen träumt und als Gegenleistung sein Herz an den bösen Waldgeist verkauft. Da kein grosses Studio hinter dem Projekt stand, konnte Schnabel frei mit den Möglichkeiten des Films experimentieren. Mit seiner Vorliebe für magische Tricks scheint «Das Kalte Herz» vom frühen Kino inspiriert; mit seinen Aussenaufnahmen und den surrealistischen Momenten orientiert sich der Film zugleich an den Elementen einer avantgardistischen Bildsprache, wie sie das Kino der 1920er Jahre prägt. 

1933 konnte der Film nicht veröffentlicht werden. Der Berner Filmemacher Raff Fluri hat den Film in den Archiven wiederentdeckt, neu editiert, digital restauriert und mit einer Musiktonspur des Komponisten Robert Israel ausgestattet, so dass «Das Kalte Herz» im Sommer 2016 seine Weltpremiere am Neuchâtel International Fantasy Film Festival feiern konnte.

Wir zeigen den Film in einer Weihnachtsvorstellung im KINO TONI und sprechen im Anschluss an die Filmvorführung mit Raff Fluri über den spektakulären Filmfund und die Restaurierung, sowie über die Geschichte des Films und seine eigenwillige Ästhetik.

Eine Veranstaltung des Seminars für Filmwissenschaft der Universität Zürich in Zusammenarbeit mit Raff Fluri, dem KINO TONI und dem Departement Darstellende Künste & Film der Zürcher Hochschule der Künste 

Zum Filmtrailer auf YouTube