Wichtigste Zeitschriften

Avant-Scène Cinéma (Paris)

gegründet 1961
erscheint monatlich; Auflage: unbekannt
Sprache: französisch, teilweise sind die Dialoge auch zweisprachig (in der Originalsprache des Films)
Nachweis: IIFP, FLI
Bestand in der Bibliothek des Seminars für Filmwissenschaft:
1 (1961)–175 (1976); 178 (1976); 180 (1977); 182 (1977)–233 (1979); 235 (1979)–239/240 (1980); 242 (1980)–305/306 (1983); 309 (1983)–

«Avant-Scène Cinéma» beschränkt sich auf die Publikation von Filmprotokollen, ergänzt mit Berichten zur Produktionsgeschichte, zu den Beteiligten, Auszügen aus Pressereaktionen und zahlreichen Fotos. Ursprünglich und im Vor-Video-Zeitalter stellte diese nun fast vierzig Jahre laufende Reihe die Möglichkeit dar, einen Film «nachzulesen». Obwohl die Protokolle von unterschiedlicher Qualität sind und nicht immer die technische Beschreibung und die Gliederung in einzelne Einstellungen enthalten, stellen sie doch im Bereich der Filmanalyse ein überaus wertvolles Hilfsinstrument dar, das einem viel an Vorabeit ersparen kann. Alle vorhandenen Ausgaben dieser Zeitschrift sind in unserem Bibliothekssystem einzeln katalogisiert.

Cahiers du Cinéma (Paris)

gegründet 1951
erscheint monatlich; Auflage: ca. 80’000
Sprache: französisch
Nachweis: IIFP, FLI
Bestand in der Bibliothek des Seminars für Filmwissenschaft:
1 (1951)–197 (1967/68); 199 (1968)–200/201 (1968); 204 (1968); 207 (1968); 210 (1969)–224 (1970); 226/227 (1971)–360/61 (1984); 364 (1984)–370 (1985); 373 (1985)–
andere Bestände: ZBZ: 1 (1951)–414 (1988): XVN 282; 415 (1989)–: UQ 1183 und Museum für Gestaltung, Bibliothek: 1 (1951)–: Z 509

Bei den «Cahiers» handelt es sich um eine legendäre, international weit beachtete Zeitschrift, die nicht nur mit dem Namen eines Gründungsmitgliedes – André Bazin – und dem Autorenansatz in Verbindung gebracht wird, sondern vor allem als Vorbereitungsfeld für jene Generation von französischen Filmemachern gilt, die später mit der‹Nouvelle Vague› eine neue Phase in der Filmgeschichte einläutet: Truffaut, Godard, Chabrol, Rohmer, Rivette.
Nach einer sehr politischen und ideologischen Phase in den späten Sechziger- und Siebzigerjahren wandelte sich die Zeitschrift zum heutigen Aussehen mit einer breiteren Ausstrahlung – man beachte die respektable Auflage. Die heutigen «Cahiers» widmen sich vor allem dem aktuellen Film, bevorzugen das Art Cinema, vermögen aber auch dem amerikanischen Kino viel abzugewinnen.
Dass die Aufsätze der «Cahiers» auch ausserhalb des französischsprachigen Raumes Beachtung fanden, verdanken sie vor allem einem dreiteiligen Reader:
Hillier, Jim (vol. 1 & 2) & Nick Browne (vol. 3) (eds.): Cahiers du cinéma. Vol. 1: The 1950s. Neo-realism, Hollywood, New Wave. Vol 2: 1960–1968: New Wave, New Cinema, Re-evaluating Hollywood. Vol. 3: 1969–1972: The Politics of Representation. London [etc.] : Routledge, 1985–1990. (Bib. FIWI: F 633: 1-3).
Die Geschichte der Zeitschrift zwischen 1951 und 1981 ist als eine Art Selbstreflexion nachgezeichnet in: Baecque, Antoine de: Les Cahiers du Cinéma. Histoire d’une revue. Paris : Cahiers du Cinéma, 1991. (Bib. FIWI: F 1222: 1–2).

Cinema Journal (Champaign, IL)

gegründet 1961
erscheint vierteljährlich
Auflage: ca. 1000
Sprache: englisch
Nachweis: IIFP, FLI
Bestand in der Bibliothek des Seminars für Filmwissenschaft:
20:1 (1980)–

Cinema Journal enthält einzelne wissenschaftliche Aufsätze ohne übergreifendes Thema, dafür von hohem Niveau. Organ der Society of Cinema Studies. Orientiert deshalb auch über die Aktivitäten der Gesellschaft, Buchpublikationen der Mitglieder sowie Kongresse. Einmal pro Jahr wird ein Verzeichnis aller Mitglieder mit Anschriften publiziert, was sehr hilfreich sein kann, wenn man mit Forschenden in Kontakt treten möchte.

Film Quarterly (Berkeley, CA)

gegründet 1945 als «Hollywood Quarterly» (bis vol. 5, 1950/51), anschliessend «Quarterly of Film, Radio and Television» (bis vol. 11, 1956/57)
erscheint vierteljährlich; Auflage: ca. 7’000
Sprache: englisch
Nachweis: IIFP, FLI
Bestand in der Bibliothek des Seminars für Filmwissenschaft:
Vol. 12:1 (1958); Vol. 13:2 (1959); Vol. 15:2 (1961/1962); Vol. 16:4 (1963); Vol. 17:4 (1964); Vol. 18:2 (1964/1965)–18:3 (1965); Vol. 19:1 (1965)–20:4 (1967); Vol. 21:2 (1967/1968); Vol. 21:4 (1968)–22:2 (1968); Vol. 22:4 (1969); Vol. 23:2 (1969/1970); Vol. 23:4 (1970)–24:4 (1971); Vol. 26:3 (1973); Vol. 30:2 (1976/1977)–30:4 (1977); Vol. 31:3 (1978); Vol. 32:4 (1979)–33:2 (1979/1980); Vol. 34:2 (1980/1981); Vol. 35:2 (1981/1982); Vol. 41:1 (1987/1988)–
Andere Bestände: ZBZ: Vol. 12 (1958/59) – Vol. 42 (1988/89): UQ 623; Vol. 43 (1989/90)–: UQ 1182

Film Quarterly ist die führende akademische Filmzeitschrift in den USA, der es gelingt, sowohl filmwissenschaftliche wie allgemeine Interessen ihrer Leser abzudecken. In der Regel enthält jedes Heft im ersten Teil fundierte Artikel zu verschiedenen Themen, während im zweiten Teil ausgewählte aktuelle Filme ausführlich besprochen werden. Äusserst nützlich ist der «Annual Book Roundup», der den Lesern einen guten und kommentierten Überblick über die in englischer Sprache erschienene Filmliteratur vermittelt.

Film History (New York)

gegründet 1987
erscheint vierteljährlich; Auflage: unbekannt
Sprache: englisch
Nachweis: IIFP, FLI
Bestand in der Bibliothek des Seminars für Filmwissenschaft:
Vol. 1 (1987)–
andere Bestände: ZBZ: Vol. 1 (1987)–: UQ 1168


Eine Spezialzeitschrift für Filmgeschichte, in der sich die gesamte Prominenz dieses Forschungsbereichs trifft und die neusten Ergebnisse ihrer Forschung austauscht. Die einzelnen Hefte sind in der Regel um ein Thema gruppiert, die Ausrichtung international, die Themenüberschriften und die einzelnen Artikel klaffen aber doch bisweilen etwas auseinander. Dennoch: eine Fundgrube für filmhistorisch interessierte Leser mit sorgfältiger und reichhaltiger Illustration. Filmgeschichte wird in ihrer ganzen Spannweite betrachtet – ästhetisch, technologisch, soziologisch und ökonomisch.

Journal of Film and Video (Atlanta, GA)

gegründet 1949 als «Journal of the University Film Association» (bis Vol. 33 (1981)), anschliessend «Journal of the University Film and Video Association», ab Vol. 36 (1984) obiger Name
erscheint vierteljährlich; Auflage: ca. 1'300
Sprache: englisch
Nachweis: IIFP, FLI
Bestand in der Bibliothek des Seminars für Filmwissenschaft:
Vol. 24, 1–2 (1972)–Vol. 26, 1–2 (1974); Vol. 26, 4 (1974)–Vol. 32, 1–2 (1980); Vol. 32, 4 (1980); Vol. 33, 2 (1981)–Vol. 37, 1 (1985); Vol. 37, 3 (1985)–

Ähnlich wie das «Cinema Journal», das von der Society of Cinema Studies herausgegeben wird, ist «Journal of Film and Video» eine akademische Zeitschrift, in der Lehrende und Forschende über ihre Studien im Gebiet von Film, Fernsehen und Video berichten. Die einzelnen Hefte weisen in der Regel ein übergeordnetes Thema auf. Immer wieder werden auch Fragen der didaktische Vermittlung erörtert und exemplarische Lehrveranstaltungskonzeptionen abgedruckt.

Positif (Paris)

gegründet 1952
erscheint monatlich (Juli/August = Doppelnr.)
Auflage: ca. 15'000
Sprache: französisch
Nachweis: IIFP, FLI
Bestand in der Bibliothek des Seminars für Filmwissenschaft:
1 (1952)–31 (1959); 38 (1961); 64/65 (1964); 67/68 (1965); 71 (1965); 90 (1967)–91 (1968); 96 (1968); 99 (1968); 106 (1969); 108 (1969)–140 (1972); 142 (1972)–161 (1974); 163 (1974)–185 (1976); 187 (1976)–346 (1989); 348 (1990)–352 (1990); 355 (1990)–

Andere Bestände: ZBZ: 112 (1970)–: UQ 250

Über lange Zeit sah sich «Positif» als der Rivale der anderen, noch berühmteren französischen Filmzeitschrift – der «Cahiers du Cinéma». Ursprünglich war sie politisch eher links ausgerichtet und gegenüber der Nouvelle Vague, deren Vertreter ja im Umfeld der «Cahiers» angesiedelt waren, sehr kritisch eingestellt. In den letzten Jahren hat sich «Positif» zu einer Zeitschrift mit grossem filmhistorischen Anteil und umfangreichen Dossiers gewandelt.

Screen (Glasgow)

gegründet 1959 als Screen Education
erscheint vierteljährlich
Auflage: ca. 1600
Sprache: englisch
Nachweis: IIFP, FLI
ausgewählte Texte/Reader:
• Screen: The sexual subject: a Screen reader in sexuality. London [etc.]: Routledge, 1992. (Bib. FIWI: F 204)
• Alvarado, Manuel [et al.] The Screen Education reader. Cinema, television, culture. Basingstoke [etc.]: Macmillan, 1993. (Bib. FIWI: F 326)
• Society for Education in Film and Television. Screen reader 2. Cinema & semiotics. London: Society for Education in Film and Television, 1981. (Bib. FIWI: F398)
• Paech, Joachim [et al.]: Screen-Theory. Zehn Jahre Filmtheorie in England von 1971-1981. Osnabrück: Selbstverlag Universität Osnabrück, 1985. (Bib. FIWI: F 293) (deutsche Übers. von wichtigen theoretischen Texten, die in Screen erschienen sind, versehen mit Kommentaren)
Bestand in der Bibliothek des Seminars für Filmwissenschaft:
Vol. 10:1 (1969)–17:3 (1976); Vol. 18:2 (1977)–24:6 (1983); Vol. 25:2 (1984)–28:1 (1987); Vol. 28:3 (1987)–
andere Bestände: Kunsthaus Zürich: Vol. 29 (1988)–: Per 563

Screen ist eine filmtheoretisch ausgerichtete Zeitschrift mit Fokussierung auf marxistische und feministische Ansätze. Bisweilen polemisch und debattierfreudig vermittelt die Zeitschrift einen guten Einblick in Fragestellungen, die en vogue sind. Ebenfalls sehr nützlich sind die Buchbesprechungen, die den Schluss jeder Ausgabe bilden.

Sight and Sound (London)

gegründet 1932
erscheint monatlich
Auflage: ca. 30'000; Sprache: englisch
1991 fusioniert mit Monthly Film Bulletin
Nachweis: IIFP, FLI
Bestand in der Bibliothek des Seminars für Filmwissenschaft:
Vol. 19:3 (1950)–60:1 (1990/91); NS Vol. 1:1 = 5/1991–
andere Bestände: ZBZ: 1 (1932)–42 (1972/73) auf Mikrofiche: MFB 39; 43 (1973/74)–: UQ 163

Müsste man sich für eine einzige Filmzeitschrift entscheiden, so würde die Wahl vermutlich auf das vom renommierten British Film Institute herausgegebene «Sight and Sound» fallen. Auf monatlich rund 70 Seiten wird ein weites Feld an verschiedenen Interessen und Bedürfnissen abdeckt: allgemeine Artikel zu den unterschiedlichsten Themen, Interviews, Buchbesprechungen, Kritiken aller in Grossbritannien angelaufenen Filme, Hinweise auf Neuerscheinungen von Filmen auf Video. Die Stärke von «Sight and Sound» liegt neben seiner Vielfältigkeit vor allem im Bestreben, neue Themen und theoretische Ansätze aus elitären Zirkeln herauszuholen und einer grösseren Leserschaft bekanntzumachen.