Cineastischer Eros – Sexualität im Film

Vorlesung Wintersemester 1997/98

Eidgenössische Technische Hochschule Zürich, Abteilung XII Geistes- und Sozialwissenschaften

Jeweils Mittwoch, 17.15 – 19.00 Uhr

Ausschreibetext:

Auf dem Hintergrund von Tabu und Norm, Zensur und Selbstzensur geht die Lehrveranstaltung in einem ersten Teil der historischen Entwicklung filmischer Darstellung von Erotik und Sexualität und der Geschichte einer spezifischen Genrebildung nach.

Der filmgeschichtliche Aufriss steht im Spannungsfeld zwischen einer dem Unterhaltungsbedürfnis verpflichteten Filmindustrie und einer anarchischen subversiven Wildheit von Filmautoren, die im Zeichen von Eros und Tod Grenzüberschreitung suchen.

In einem zweiten Teil mündet der filmgeschichtliche und gesellschaftspolitische Ansatz in eine filmästhetische Auseinandersetzung ein: Geschlechtsdifferenz des Blicks, Präsentation des Körpers, Metamorphosen eines erotischen Themas, Vergleich von Darstellung und Rezeption erotisch-sexueller Motive.

Filmische Beschwörung von Begehren und Lust, Sichtbarkeit des Unsichtbaren, Imagination und pornographischer Dokumentarismus beschäftigen uns in der Begegnung mit Filmen von Walerian Borowczyk, Frank Borzage, Tinto Brass, Luis Buñuel, Sergej Eisenstein, Bette Gordon, Nagisa Oshima, Bigas Luna, Josef von Sternberg, Erich von Stroheim, Jean Vigo und anderen Filmautoren sowie mit "Klassikern" des Stag- und Pornofilms. Thema der Lehrveranstaltung ist die Sinnlichkeit der Leinwand: Körper und Bewegung, Farbe und Licht, Bild-Rhythmen und Klänge bilden jenen cineastischen Eros, der der Sexualität im Film Glanz und Verführung verleiht.

Filmbeispiele während und nach der Vorlesung begleiten die Lehrveranstaltung. Die Filmstelle VSETH plant einen von der Vorlesung unabhängigen Zyklus zur gleichen Thematik

Assistenz: Jörg Hüssy

Begleitprogramm mit Unterstützung der Filmstelle VSETH